Das alte und neue Paradigma in Beratung, Therapie und Heilung

3Das Leben in der Fülle erfahren.

Heute ist oft von einem Paradigmenwechsel die Rede, doch was ist das eigentlich? Gleichzeitig können wir beobachten, wie etwas als neues Paradigma angepriesen und verkauft wird, obwohl es dem alten Paradigma angehört.

Was ist ein Paradigma?
Paradigma beschreibt eine spezifische Weltsicht oder Denkweise. Was ist nun der Unterschied zwischen altem und neuem Paradigma?

Das alte Paradigma entspricht dem materialistischen Denken von Demokrit und seinen Nachfolgern. Hier wird der Mensch wie eine Maschine betrachtet, in der man mittels verschiedenster Methoden und Techniken defekte Teile/störende psychologische Aspekte heilt, bzw. wieder funktionsfähig macht oder auswechselt. Dieses Denken können wir in den verschiedensten Psychologierichtungen und esoterischen Heilmethoden entdecken. Moderne Methoden wie z.B. Klopftechniken gehen davon aus, dass man nur rasch die Glaubenssätze zu ändern braucht und dann klopfenderweise diese im Körper auflöst und damit den Menschen heilt. Das ist doch ein sehr reduktionistisches vereinfachtes Menschen- und Weltbild. Auch die verschiedenen Psychologierichtungen, die Kurzzeitausbildungen von wenigen Monaten bis 1-2 Jahren berufsbegleitend anbieten, sind oftmals stark Technik- und Methodenorientiert und arbeiten aus diesem vereinfachten Weltbild. Es wird dann Kurzzeittherapie oder „lösungsorientiert“ genannt.  Der Ansatz lautet: „Man braucht nur den richtigen Hebel, die richtige Übung zu finden, dann ergibt sich daraus die richtige Lösung“.  Schnell und unkompliziert, man braucht nichts zu tun – wie bei McDonald, dem Fast-food-Lieferant.  Dieser Ansatz ist manchmal hilfreich, sehr oft verschwinden die Symptome jedoch nur für einige Zeit oder verlagern sich.

Das neue Paradigma bezieht das materialistische und das sokratische Denken mit ein und geht darüber hinaus. In diesem Denken wird die formgebende/seelische/spirituelle Kraft genauso mitberücksichtigt, wie die materielle/genetische/körperliche Ebene. Darüber hinaus wird auch das Umfeld, die Mitwelt, die universelle Entwicklung in die Überlegungen miteinbezogen. Das neue Paradigma ist stark wachstumsorientiert und sieht Entwicklung als einen kontinuierlichen Prozess der Achtsamkeit, Geduld und Bewusstheit erfordert.  Bewusstwerdung ist keine rasch zu erlernende Methode, sondern ein Reifungsprozess. Und wie jeder Reifungsprozess in der Natur, benötigt dies Zeit und einen geschützten Raum.
Wachstum benötigt Liebe, Achtung und Respekt im Prozess des sich selbst, die anderen und das Umfeld zu erkennen. Wachstum bedeutet, aus den vorgegebenen Formen herauszuwachsen und mich im Kontakt mit dem Umfeld zu entwickeln. Dies benötigt Wahrnehmung für die inneren und äusseren Prozesse, die Ruhe und Gelassenheit, diese Prozesse zu akzeptieren und zu lernen bzw. bewusst zu werden, wo der Fluss des Lebens sich hinbewegt, wo wir uns vom Fluss abgespalten haben und wie wir in den natürlichen Fluss wieder zurückkehren können. Wir können diesen Prozess integrative Bio-Psychosynthese oder einfach Psychosynthese nennen. Es bedeutet letztendlich immer, in Liebe eine immer grössere Differenziertheit in einer immer höheren Einheit (Synthese) zu entwickeln.

Autor:
Gerhard Schobel ist Inhaber des Zentrum aeon, Basel
Psychosynthese-Lehrer, Huna & Lomi Lomi Lehrer
und unterrichtet im In- und Ausland seit 1987
Coach und Therapeut in eigener Praxis
Info/Kontakt: www.aeon.ch
Tel. +41 61 262 32 00

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